VMware vSphere 6 und vCenter 6: Performance Tuning

Arbeitsspeicher optimal konfigurieren

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Machen Sie sich damit vertraut, welche Einstellungen für den Arbeitsspeicher Sie beachten müssen, damit die virtuellen Server auf den Hosts optimal zur Verfügung gestellt werden.
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Transkript

In diesem Video gehe ich darauf ein, welche Einstellungen Sie bezüglich des Arbeitsspeichers beachten müssen, damit die virtuellen Server auf dem Host optimal zur Verfügung gestellt werden. Zunächst sollten Sie im vSphere-Client überprüfen, auf der Registerkarte "Übersicht", wie viel Arbeitsspeicher denn aktuell auf einem Host generell zur Verfügung steht und wie viel Arbeitsspeicher zur Zeit verwendet wird. Hier sehen Sie schon, dass dieser Server von der Kapazität her noch nicht stark ausgelastet ist. Das Ganze können Sie auch für andere Hosts überprüfen, und so erkennen Sie recht schnell, ob die grundsätzliche physische Ausstattung Ihrer Hosts für die auf den Hosts betriebenen VMs ausreichen. Ein wichtiger Bereich ist, über die Registerkarte "Leistung" zu finden. Hier können Sie zum Beispiel sich die Auslastung des Arbeitsspeichers anzeigen lassen. Wichtige Kennwerte finden Sie hier im unteren Bereich. Sobald der physische Arbeitsspeicher eines Hosts ausgeht, konfiguriert vSphere die einzelnen VMs so, dass diese möglichst wenig Arbeitsspeicher verwenden. Das kann natürlich zu Lasten der Leistung der Serveranwendungen gehen. Diese Technik trägt die Bezeichnung "Balloon". Für eine effiziente Leistung sollten Sie auf dem Host die Werte für "Balloon" überprüfen. Hier in diesem Beispiel sehen Sie, dass der Wert Null ist, das heißt, dieser Host hier verfügt über genügend freien Arbeitsspeicher und muss an dieser Stelle nichts auslagern. Sie sehen, belegt ist aktuell diese Menge hier, aktiv verwendet wird diese Menge. Es findet kein "Ballooning" statt, das heißt, die VMs werden auf diesem Host nicht so konfiguriert, dass diese möglichst wenig Arbeitsspeicher benötigen, und es findet keine Auslagerung auf den Datenspeicher statt. Das Ganze können Sie natürlich auch für einzelne VMs überprüfen, auch hier können Sie über die Registerkarte "Leistung" feststellen, wie viel Arbeitsspeicherbelastung hat aktuell ein Host. Sie sehen hier die generelle Auslastung. Auch hier erhalten Sie wieder Werte zum "Ballooning", das heißt, der zugeteilte Arbeitsspeicher hier, dieser VM ist größer als der aktiv verwendete, das heißt, die VM hat aktuell genügend freien Arbeitsspeicher. Es findet kein "Ballooning" statt. Das heißt, die VM kann derzeit ganz herkömmlich auf ihren Datenspeicher zugreifen. Wenn hier "Ballooning" stattfindet, beziehungsweise auf Ihren Hosts das "Ballooning" stattfindet, ist es generell kein Problem, wenn es auch wieder verschwindet, beziehungsweise, wenn die Werte relativ klein sind. Wenn Sie erkennen, dass hier das "Balloning" sehr stark nach oben steigt, deutet das darauf hin, dass der Arbeitsspeicher des Hosts schlicht und ergreifend für die einzelnen VMs nicht ausreicht. Hier sollten Sie dann in Erwägung ziehen, entweder den Arbeitsspeicher des Hosts auszubauen, oder einzelne VMs vom Host zu entfernen, um das "Ballooning" zu reduzieren. Das heißt, bezüglich der Leistung eines Hosts können Sie schon recht schnell die Überlastung des Arbeitsspeichers erkennen, indem Sie sich für die einzelnen Hosts hier die Einstellungen für das "Ballooning" anzeigen lassen und für die einzelnen VMs dann genauso. In vSphere 6 können VMs einzelne Speicherseiten miteinander teilen. Das hat vor allem dann Vorteile, wenn die Speicherseiten identische Inhalte enthalten und sehr klein sind. Das kommt vor allem in Umgebungen vor, in denen "Virtual Desktop Infrastructures" betrieben werden. Das heißt, in Umgebungen, in denen sehr viele VMs betrieben werden, für virtuelle Arbeitsstationen der Anwender. In Umgebungen mit Servern wird diese Funktion nicht so häufig eingesetzt, kann aber auch hier in einer deutlichen Reduzierung des Arbeitsspeichers resultieren. Denn identische Speicherseiten verschwenden, im Grunde genommen, Speicherplatz auf dem Host, ohne über mehr Leistung zu verfügen. Wenn sich einzelne VMs identische Speicherseiten miteinander teilen, kann die Auslastung des Arbeitsspeichers deutlich nach unten gehen. In vSphere 6 findet das sogenannte Teilen, also, das gemeinsame Nutzen von Speicherseiten innerhalb der VMs automatisch statt. Diese Funktion heißt "Intra-VM sharing". Es gibt aber kein "Inter-VM sharing". Diese Funktion müssen Sie in vSphere 6 erst aktivieren. Durch das Aktivieren dieser "Inter-sharing" Funktion können einzelne VMs sich den Arbeitsspeicher sozusagen teilen, wenn Sie zum Beispiel Server betreiben, die identische Serveranwendungen zur Verfügung stellen, und hier zu erwarten ist, dass auch einige Speicherseiten identisch sind. Das Aktivieren der "Inter-sharing" Funktion bedeutet aber nicht automatisch, dass die Auslastung des Speichers sinkt oder sich die Leistung Ihrer Umgebung steigert. Hier müssen Sie einfach wissen, ob das Aktivieren in Ihrer Umgebung Sinn macht. VMware empfiehlt die Aktivierung vor allem dann, wenn in einer Umgebung VDI-Bereitstellung durchgeführt wurde, als sehr viele virtuelle Arbeitsstationen mit identischen Betriebssystem betrieben werden. Um das Teilen des Arbeitsspeichers zwischen VMs zu konfigurieren, haben Sie zwei Möglichkeiten. Zum einen können Sie die Funktion für einzelne VMs aktivieren, die dann Ihren Arbeitsspeicher teilen. Zum anderen können Sie die Aktivierung auch direkt für den Host durchführen. Führen Sie die Aktion für den Host durch, werden die Maßnahmen für alle VMs auf diesem Host vorgenommen. Die Einstellung dazu finden Sie auf der Registerkarte "Konfiguration", wenn Sie sich die erweiterten Einstellungen des Hosts anzeigen lassen. Hier können Sie Optionen setzen, die in der standard grafischen Oberfläche nicht vorhanden sind. Über den Bereich "Mem" steuern Sie die Konfiguration des Speichers auf dem Host. Hier können Sie die eine oder andere Optimierungsmaßnahme vornehmen. Um "Inter-VM Pagesharing" zu aktivieren, müssen Sie die Option "Mem.ShareForce.Salting" suchen. Die Optionen sind alphabetisch angeordnet. Hier ist die Option schon. Wenn Sie diese Option auf Null setzen, aktivieren Sie die "Inter-VM sharing"-Funktion für den Arbeitsspeicher. Standardmäßig ist in vSphere 6 diese Option auf zwei gesetzt, also nicht aktiviert. Basis dieser Funktion ist der sogenannte Salting-Wert. Mit dem Salting-Wert können Sie innerhalb der Konfigurationsdateien von VMs, VMs konfigurieren, in Gruppen zusammenfassen, die Arbeitsspeicherseiten miteinander teilen sollen. So können Sie zum Beispiel virtuelle Arbeitsstationen oder virtuelle Server mit identischen Serveranwendungen so konfigurieren, dass diese die Share-Funktion für die Arbeitsspeicherseiten nutzen. Die Konfiguration nehmen Sie dann aber nicht auf dem Host vor, sondern diese Konfiguration nehmen Sie dann wiederum in den Einstellungen der einzelnen VMs vor. Dazu müssen Sie in den VMX-Konfigurationsdateien der VMs den Wert "sched.mem.pshare.salt" setzen und können hier jetzt Werte definieren, die für die VMs hinterlegt sind. VMs mit dem gleichen Salt-Wert werden gruppiert und die Arbeitsspeicher-Seiten, sofern diese identisch sind, werden diese zwischen den VMs aufgeteilt. Diese Funktion ist interessant, wenn Sie einzelnen VMs das Teilen des Arbeitsspeichers erlauben wollen. Wenn Sie das Ganze generell für den kompletten Host konfigurieren wollen, dann setzen Sie die Option, die ich Ihnen für die einzelnen Hosts gezeigt habe. Beachten Sie aber, dass das Ganze auch unter Sicherheitsgründen betrachtet werden muss. Für hochsensible virtuelle Server mit sehr sensiblen Daten, zum Beispiel Personaldaten, sollten Sie das Teilen von Arbeitsspeicher-Seiten nicht unbedingt aktivieren, denn es besteht dadurch Gefahr, dass durch Hackerangriffe unberechtigte Anwender Zugriff auf die Daten einer VM erhalten, obwohl die VM sicher konfiguriert ist, nur deshalb, weil die Arbeitspeicher-Seiten auf einer anderen VM geteilt werden, die wiederum nicht so sicher konfiguriert ist. Wenn Sie den Arbeitsspeicher der VM so konfiguriert haben, dass die gestarteten Arbeitsspeicher eines Hosts bei maximaler Belastung mehr Arbeitsspeicher benötigen, als der Host zur Verfügung stellen kann, dann muss der Host Arbeitsspeicher-Seiten auf den Datenspeicher auslagern. Das kann natürlich durchaus zu Leistungsproblemen führen. Hier kann es sinnvoll sein, dass Sie für einzelne Hosts in den Einstellungen einen Cache-Speicher konfigurieren. Hier gibt es eine sogenannte Host-Cache-Konfiguration, und diese erlaubt das Auslagern von Cache-Dateien, also ausgelagerten Arbeitsspeicher-Seiten auf SSD-Speicher. Damit das funktioniert, muss natürlich auf dem Host ein SSD-Speicher zur Verfügung stehen. Wenn das nicht der Fall ist, erhalten Sie hier auch nicht die Möglichkeit, das Ganze einzustellen. Parallel zu der Host-Cache-Konfiguration sollten Sie sich auch die Einstellungen der Vms anzeigen, die vom Arbeitsspeicher her überlastet sind. denn hier haben Sie auf der Registerkarte "Optionen" über den unteren Bereich "Speicherort der Auslagerungsdatei" Einstellungsfunktionen zur Verfügung, mit denen Sie festlegen können, wo den die Auslagerungsdateien für den Arbeitsspeicher gespeichert werden sollen. Standardmäßig wird hier die Einstellung des Clusters, beziehungsweise des Hosts verwendet. Sie können hier aber auch festlegen, dass die Auslagerungdateien immer zusammen mit der virtuellen Maschine gespeichert werden oder im Datenspeicher für Auslagerungsdateien des Hosts. Das Ganze lässt sich auch für Umgebungen, in denen Sie die Einstellungen hier skripten wollen, in der VMX-Datei der VM hinterlegen. Dazu müssen Sie einfach das Verzeichnis, beziehungsweise die Einstellungen für das Working Directory anpassen. Um die Leistung für einzelne VMs zu optimieren, können Sie natürlich auch Arbeitsspeicher für wichtige VMs reservieren, so dass dieser generell immer zur Verfügung steht. Ich rufe jetzt hier die Einstellungen für das vCenter auf. Hier finden Sie auf der Registerkarte "Ressourcen" die Einstellungen für die Ressourcenzuteilung, und hier kann ich jetzt für den Arbeitsspeicher festlegen, dass der gesamte Gastarbeitsspeicher reserviert wird. Ich kann das Ganze hier aber auch entsprechend selbst definieren, kann eine Reservierung hinterlegen, kann einen Grenzwert festlegen oder das Ganze eben unbegrenzt konfigurieren, und kann so sicherstellen, dass einzelne, sehr relevante VMs immer genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung haben. In den meisten Fällen ist das nicht notwendig, nur wenn Sie eben auf einem Host Leistungsprobleme haben, und einzelne VMs nicht verschieben können, kann es sinnvoll sein, dass Sie genau definieren, welche VMs sollen denn immer über genügend Leistung verfügen und bei welchen anderen VMs ist das Ganze nicht so wichtig. Dann könnten Sie hier eben entsprechend die niedrigen Anteile konfigurieren. Damit die Einstellungen hier für eine VM aber auch funktionieren, müssen Sie die VM neu starten, denn im laufenden Zustand funktioniert das Ganze zwar teilweise, aber zuverlässig funktionieren diese Einstellungen erst dann, wenn Sie die VM wirklich neu starten.

VMware vSphere 6 und vCenter 6: Performance Tuning

Lernen Sie, wie Sie vSphere 6/ESXi 6 verbessern und die Leistung Ihrer Hosts und VMs steigern.

3 Std. 1 min (24 Videos)
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Erscheinungsdatum:29.08.2016

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