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Fotorezepte: Still-Life mit Weitwinkelobjektiv

Am Set: Objekte positionieren und Bildausschnitt wählen

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Hier wird der Salat in Position gebracht, der richtige Bildausschnitt und die Wirkung unterschiedlicher Wassertropfen sind entscheidend. Gerade die reduzierte Darstellung verstärkt den Eindruck, in das Bild hineingezogen zu werden.
14:27

Transkript

Nachdem das Set nun steht, ist die nächste Aufgabe nicht einfach die Aufnahme mal schnell zu machen sondern wirklich genau zu schauen, wie das Licht in diesem Sieb sein muss. Also wir hatten ja besprochen, dass ich mit der Lampe durch die Öffnungen ein Licht nach innen bekomme. Und jetzt kommt es natürlich genau darauf an, von wo kommt das Licht und wie wird die Innenseite des Siebes mit diesem seitlichen Gegenlicht beleuchtet. Und bevor wir jetzt in der Theorie lange darüber reden, werde ich einfach einmal eine Belichtung hier auslösen und dann schauen wir uns das mal an. Das sieht auf den ersten Blick schon ganz interessant aus und wir merken hier schon, die Perspektive ist schon ganz beeindruckend. Müssen uns aber auch eingestehen und zugestehen, dass wir das sehen, weil wir jetzt hier bei der Aufnahme sind und wissen mit welchem Objektiv und welcher Konstellation das ganze Foto geschossen wird. Der Betrachter draußen, der sieht das natürlich gar nicht. Der sieht jetzt dieses Foto und sagt, okay, ich weiß gar nicht so genau was es ist, das hat vielerlei Gründe, weil eben das typische für ein Sieb auch noch fehlt und das liegt auch sehr am Licht. Das was wir als erstes überprüfen können, ist einfach mal mit der Lupe zu schauen, ob da das Material irgendwo toll und scharf wiedergegeben wird. Und das wird es, das sieht man, man sieht sehr deutlich die Oberfläche. Und ich versuche jetzt wirklich dieses Motiv mir ganz groß als Riesenplakat irgendwo an einer tollen Location draußen in der Stadt vorzustellen. Und wenn ich jetzt da davorstehe und so vor meinem Auge dieses Poster, dieses Plakat sehe, dann stelle ich mir so was vor und dann versuche ich das abzugleichen wo denn die Fehler sind. Und dann ist es in diesem Bild ganz klar, dass wir hier eine sehr helle, überbelichtete Stelle haben und oben links, sehr markant, sehr dunkel den Boden des Siebes sehen. Und das soll eigentlich nicht so sein, denn ich möchte den Betrachter ja mitnehmen, ich möchte ja, dass der auch kapiert, was wir hier tun und ich möchte ihn ins Bild holen und ihn nicht außen davor lassen. Und ins Bild hole ich jemanden, indem ich eben von den Ecken das Bild nach hinten heller gestalte, um eine Perspektive auch optisch, auch lichttechnisch im Bild aufzubauen. Und das ist jetzt so die nächste Aufgabe, die wir haben. Davor kann man noch ganz kurz was zur Einstellung sagen, ich habe das Sieb so aufgebaut, dass ich hier links oben auch an diesen Sieblöchern eine Waagerechte und eine Senkrechte mache, damit ich irgendwo gleich oben links, wenn da noch was passiert einen Halt im Bild habe und das ganze Bild nicht auseinanderfliegt wie so eine Sonne, denn wir haben eine sehr starke Diagonale im Bild und irgendwo möchte ich immer ganz gerne den Halt haben und da haben sich diese Löcher hier angeboten. Okay, also es gibt viel zu tun, wir müssen das Licht richten und ich sehe jetzt, dass wir auch noch etwas an der Farbe machen müssen. Aber wir fangen erst einmal mit dem Licht an und ich möchte, dass der Boden heller wird. Das ist jetzt relativ einfach bei diesem Aufbau so wie ich ihn gemacht habe, weil ich einfach nur die Lampe so weit nach vorne drehen kann bis sich da etwas tut. Jetzt kommen so langsam die ersten Lichtstrahlen über den Boden. Da löse ich nochmal aus. Das müsste man jetzt schon deutlich sehen, ja, er wird heller. Und das wirkt schon viel markanter. Also im Vergleich zum vorherigen Bild bekommt jetzt der Boden eine Wichtigkeit. Da ist er einfach nur dunkel und jetzt sehen wir Oberflächenstrukturen und das will ich noch stärker rausarbeiten und drehe die Lampe noch weiter. Jetzt wird es deutlich mehr, besonders oben links, sehr schön, weil ich jetzt wirklich klare Strahlen im Bild sehe. Und man sieht was passiert, jetzt kommt uns der Boden immer mehr entgegen gerückt. Immer mehr bildwichtiges Element im Bild. Und da gehe ich nochmal weiter, um das noch intensiver zu machen. Ja, das wird besser. Und ich versuche es nochmal etwas zu übertreiben. Dass schon fast wieder Schatten nach vorne kommt. Und da wird es wieder flach, weil wir einfach vorne links den Bereich nicht mehr so markant haben, das heißt, hier wieder ein Stück zurück. So etwa. So, und jetzt erklärt sich das Licht ganz schön, dass wir sehr einseitig das Licht haben. Aus diesem Grund steht auch hier auf der linken Seite dieser Abschatter. Und den sehe ich jetzt ein bisschen noch im Bild. Aus diesem Grund werde ich den ein klein bisschen korrigieren müssen und etwas nach außen gehen. Der sorgt dafür, dass ich wirklich einen Hell-Dunkel-Verlauf bekomme und dass die Lampe die hier steht nicht meinen Hintergrund auf der rechten Seite so hell belichtet, dass alles nur noch weiß und ausgeleuchtet aussehen würde. Dann würde ich nämlich diese ganzen Löcher und hier die dunklen Kanten, die wir hier an diesen Ausschnitten haben, die würde ich so nicht mehr sehen. Und aus dem Grund da wirklich, auch wenn es gar nicht direkt auffällt, auf den zweiten Blick sieht man sowas. Und Belichtung gucken. Jetzt ist es draußen und jetzt sieht das schon so ganz gut aus. Das was ich jetzt mache, ist ein bisschen, direkt in der Aufnahme, den Look ein bisschen besser herausarbeiten. Und aus dem Grund gehe ich hier in diesem Programm "Capture One" von "Face One" in den Weißabgleich, beziehungsweise dort ist auch die Farbbalance angeordnet und jetzt kann ich hier sehr schön meinen Neutralton in so ein bisschen Blau-Grün-Cyan schieben, indem ich einfach in "Master" hier rübergehe und man sieht, jetzt wirkt das wunderbar. Und sehr viel mehr muss ich auch gar nicht tun. Ich könnte jetzt hier ein ganz klein bisschen noch die Belichtung nach unten reduzieren. Das wirkt das nochmal ein bisschen mehr. Aber das sind Sachen, die man auch später noch Regeln kann. Ich möchte nur bei der Aufnahme schon so den Eindruck haben, wie ich das Bild später haben möchte und es geht deutlich in diese Richtung. Und aus dem Grund versuche ich das auch immer schon bei der Aufnahme so einzustellen. Gut, lange geredet. Unsere Aufnahme, wir haben das Licht überprüft, die Einstellung wie das Sieb angeordnet ist, stimmt. Und jetzt müssen wir natürlich dafür sorgen, dass die Lebendigkeit rauskommt. Bis jetzt haben wir ein nacktes Sieb fotografiert und es soll ja lebendig werden. Und da kommt bei mir immer Wasser ins Spiel, denn so ein Sieb ist ja im Gebrauch nass. Und das sprühe ich jetzt einmal ein. Das tolle ist, bei diesen Kunststoffsachen, dass da auch meistens die Tropfen sehr schön stehen. Und das mache ich mal nicht feige, also schon deutlich, aber so, dass sie noch nicht runterlaufen. Das können wir später noch machen, erst mal zum Schauen gucken, wo meine Schärfe liegt und ob die Tropfen überhaupt etwas machen. Und man sieht ganz eindeutig, ja, die machen nicht nur etwas, sondern die machen das Bild plötzlich gut. Und gerne schau ich dann auch mal mit der Lupe wo meine Schärfe liegt, und man sieht toll meine Tropfen, wie markant die da sind. Und jetzt denken wir wieder an unser großes Plakat auf der Straße und man sieht diese Tropfen riesengroß. Und da sagt man schon wow, das ist frisch, da bekommt man Durst, da bekommt man Appetit auf das was da gleich drin ist, denn ein bisschen wollen wir da ja auch etwas andeuten. Aus dem Grund habe ich mir ein bisschen Salat geholt, den ich da jetzt einbauen möchte. Und damit der mir nicht runterfällt, hin- und herfällt, mache ich den mit ein bisschen Haftpaste fest. Suche mir jetzt noch mal ein einigermaßen frisches Blatt. Und werde das mal unten rechts, wo das Bild so ein bisschen unten rechts gehalten werden soll, da reinbauen. Mach den auch vorher schon noch ein bisschen feucht. So und leg den erst mal grob hin, wo ich ihn hinhaben möchte. Vielleicht da. Hoffe, das der jetzt hält. Er ist jetzt sehr weit vom Objektiv. Das ist halt der Nachteil wenn man so nah dran ist. Aber das kann natürlich auch ganz markant... Oh. Das ist deutlich zu viel. Aber die Tendenz ist richtig. Und jetzt gehe ich mal raus damit. Da ist es gut, das muss nachher ein bisschen heller werden, aber das ist ein anderes Problem und das fixiere ich jetzt hier mal. Ich ziehe es noch ein bisschen raus. So, fixiert und noch ein bisschen rausgezogen sollte das Blatt eigentlich schon stimmen. Das soll so unseren Vordergrund geben, der dafür sorgt, dass wir ins Bild schauen und die Seite nicht so nach vorne kommt. Ich würde gerne, ja, das reicht voll und ganz. Das muss man auch gar nicht mehr so erkennen. Und jetzt kommt irgendwo auf den Boden auf noch mal ein kleines Salatblatt. Da nehme ich mir hier auch so einen Strunk, wieder ein bisschen mit Haftpaste versehen, sodass ich eine schöne Vorderseite habe. Das darf gar nicht zu viel sein. Und jetzt schaue ich mir im Bild an wo der etwa hin muss. Und es wäre toll, wenn der irgendwo hier liegt. Ganz wenig, so ins Bild gerade oben links ein bisschen reinkommt, damit wir da noch mal einen Blickfang haben, da kommt sogar das Licht drauf. Wunderbar, und jetzt sehen wir, durch den Salat entsteht wieder ein Schatten. Es wird eine Tiefe produziert dadurch im Bild und das wird schon ganz gut. Jetzt kann man überlegen, ob man das weiter macht. Da gebe ich nur immer zu bedenken, oft ist weniger denn einfach mehr. Und das muss also jetzt gut überlegt sein, ob man da ein weiteres Salatblatt einbaut. Also wenn, dann könnte man es unten links, zwischen diesen beiden Löchern da, so ganz zufällig noch erscheinen lassen. Wenn genügend Licht draufkommt, dass es wirklich glänzt, kann man das so machen. So, und dann könnte nur noch ein Text irgendwo stehen und jetzt sieht man, dass die ersten Wassertropfen laufen. Das ist immer so die Fleißarbeit. Finde ich aber in dem Fall nicht schlimm, weil das wirklich so die Aufnahme ist, die ich schon ganz gut finde. Und ich versuche jetzt das Grün noch ein bisschen aufzuhellen, Besonders das unten links. Wenn ich das aufgehellt bekomme, wäre das toll. Jetzt schaue ich mal, das geht so ein bisschen. Ich löse jetzt an der Kamera aus. Und es müsste ein wenig heller sein, dass es nicht ganz so schwarz ist. Da ist es. Wunderbar, die ersten Tropfen laufen. Und jetzt mache ich eine kleine Serie, nachdem das alles stimmt, wo ich das Salatblatt unten noch mal ein bisschen schräger mache. So, also da auch nicht zu schnell zufrieden sein, sondern wirklich die Dinge genau anordnen. Viel besser. Und jetzt sieht man wo das vorher lag. Da muss jetzt wieder Wasser rein. Wunderbar. Und jetzt mache ich die Serie, wo ich es wirklich übertreibe mit dem Wasser. Also wirklich auch mal während der Auslösung da reinsprühe, dass es wirklich unterwegs ist im Sieb, dann wird es tendenziell ein bisschen weicher. Wunderbar. Jetzt hat etwas nicht mitgeblitzt. Man sieht auf dem Salat kommt das jetzt sehr schön. Und jetzt würde ich gerne rechts und unten deutlich mehr Wasser haben. Also ich fange mit rechts an. Da darf es jetzt anfangen zu laufen. Ebenso unten ganz viel, ganz dicke Tropfen. Da soll das massiver werden das Bild. Wunderbar. Auch hier deutlich mehr Tropfen hin. Das müsste jetzt neben dem Salat viel mehr werden, wird es auch. So und jetzt übertreibe ich 2, 3 Aufnahmen, dann sind wir in jedem Fall dabei. Fangen die langsam an zu laufen, sie werden sehr dick jetzt, die Wassertropfen. Stehen auch in dem Sieb. Und damit haben wir wirklich ein schönes Bild geschaffen. Eine Kleinigkeit kann ich jetzt hier noch zeigen, unten rechts ist es nach wie vor noch ein bisschen dunkel. Da mache ich jetzt noch mal eine Aufnahme, die ein bisschen heller ist, damit ich da notfalls das Salatblatt ein bisschen holen kann. Und jetzt schauen wir einfach im nächsten Step, welche Bilder wir aussuchen und welches für unsere Zwecke das beste ist.

Fotorezepte: Still-Life mit Weitwinkelobjektiv

Erfahren Sie, wie sich Weitwinkelobjektive für die Still-Life-Fotografie einsetzen lassen. Nah dann und trotzdem viel im Blick – entdecken Sie neue Perspektiven.

58 min (10 Videos)
Vaseline
Wilhelm K.

Tolles Video, gut dargestellt. Was fehlt, ist wie man die Vaseline vom Objektiv entfernt :-(

 

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