Tipps für den Führungsalltag: Jede Woche neu

Als Führungskraft coachen – die Grundhaltung

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Diese wöchentlichen Video-Tipps richten sich an alle Führungskräfte, die Orientierung sowie neue Impulse und Ideen für ihren Führungsalltag suchen. Iris Schwarz und Manfred Schwarz geben Ihnen praktische Hinweise und Denkanstöße, wie Sie sich selbst führen, Ihr Team führen und Ihre Organisation führen. Gönnen Sie sich jeden Freitag ein paar Minuten, um über Ihre Führungspraxis nachzudenken.
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Transkript

Coaching ist für uns Teil der Führungsarbeit. Hier steht die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter im Zentrum. Es geht darum, Ihre Mitarbeiter zu begleiten, damit diese innerhalb festgesetzter Rahmenbedingungen möglichst optimale Leistungen erzielen. Coaching setzt also die Fähigkeit eines Mitarbeiters frei, seine eigene Leistung selbststeuernd zu steigern. Coaching durch Sie als Führungskraft zeichnet sich durch folgende Merkmale aus. Es ist ein Instrument der Personalentwicklung durch die Führungskraft am Arbeitsplatz. Coaching soll eine dauerhafte Verbesserung der Arbeitsresultate erzielen. Im Mittelpunkt steht das Noch-besser-Werden. Coaching ist ein vertraulicher Prozess zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern. Coaching erfordert von Ihnen ein hohes Maß an Sozialkompetenz und Selbstkompetenz. Darüberhinaus brauchen Sie Kenntnisse über die richtige Führung eines Coaching-Gesprächs. Bevor Sie einen Mitarbeiter coachen, sollten wir über die Grundannahmen eines jeden Coaching sprechen. Dazu zählen wir: Menschen sind autonome und soziale Wesen. Jeder trägt ein lebenslanges Entwicklungspotenzial in sich. Wir verfügen über alle Ressourcen, die wir brauchen, um unsere Probleme in Angriff zu nehmen. Jeder Mensch trägt eine eigene, individuelle Landkarte der Wirklichkeit in sich, seine ganz persönliche Wahrheit und Sichtweise. Deshalb gibt es kein absolutes Wahr oder Falsch, vielmehr gibt es ein In meiner Landkarte richtig, oder ein In der Landkarte des anderen richtig. Wir treffen stets die beste Entscheidung, die wir zu einer gegebenen Zeit treffen können. Wir können nur uns selbst verändern. Wir Menschen sind nur zu Verhaltensänderungen bereit, wenn wir einen Sinn darin sehen. Daraus lassen sich einige Grundhaltungen ableiten. So versuchen Sie als coachende Führungskraft, die Welt aus der Sicht des Mitarbeiters zu erfassen und das Verstandene mit eigenen Worten wiederzugeben, und zwar ohne zu werten. Sie betrachten Ihren Mitarbeiter wertschätzend als eigene Person. Sie respektieren seine Individualität. Wertschätzung heißt also, die Enttäuschung, Wut oder Freude des Gegenübers zuzulassen und sie ernst zu nehmen. Das heißt auch: Sie brauchen nicht die Verantwortung für den Mitarbeiter und dessen Gefühle zu übernehmen, aber lassen Sie ihm Zeit zum Verarbeiten. Wertschätzung heißt übrigens nicht, mit jedem Verhalten des Mitarbeiters einverstanden zu sein, allem zuzustimmen und dabei seine eigene Meinung zu unterdrücken. Je mehr Sie dessen Stärken und Schwächen akzeptieren, desto mehr sind Sie in der Lage, Ihrem Mitarbeiter eine wertschätzende Haltung entgegenzubringen. Grundhaltungen lassen sich übrigens nicht vortäuschen. Denken Sie daran: Sie müssen nicht alles sagen, aber was Sie sagen, sollte wahr sein. Voraussetzung für das Coaching eines Mitarbeiters ist, dass Sie ihm zutrauen, sich zu entwickeln. Mit dieser Haltung unterstützen Sie ihn, Fähigkeiten auszubauen und die Grenzen nach oben zu verschieben, denn Menschen neigen dazu, sich gemäß den Erwartungen anderer zu verhalten. Wenn Sie davon ausgehen, dass jeder Mensch eine eigene Sicht der Dinge hat und Sie an dieser Art, die Welt zu betrachten, echtes Interesse haben, wird es Ihnen leicht fallen, eine tragende Basis für den Coaching-Prozess aufzubauen. Nimmt Ihr Mitarbeiter in Ihrem Verhalten Wertschätzung, Empathie und Kongruenz wahr, fällt es ihm leichter, auch kritische Punkte anzusprechen und offen über seine Probleme zu reflektieren. In diesem angstarmen Klima ist es Ihrem Mitarbeiter möglich, sich auch Erfahrungen zu öffnen, die seinem bisherigen Selbstbild widersprechen. So wird sein Selbstvertrauen gestärkt und die Eigenverantwortlichkeit gefördert. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrer Wertschätzung, Empathie und Kongruenz.