Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Einführung ins Projektmanagement

Agile Frameworks

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Bei den agilen Projektmanagement-Frameworks haben sich Scrum und Kanban als erfolgreich erwiesen. Hier gibt der Trainer einen Überblick über beide Methoden.

Transkript

Nicht nur im traditionellen Projektmanagement, nein, auch bei den agilen Frameworks haben sich bestimmte Vorgehensweisen als besonders tauglich für die Projektarbeit erwiesen. Ich möchte Ihnen nachfolgend die beiden agilen Rahmenwerke "SCRUM" und "Kanban" kurz vorstellen. Ähnlich den klassischen Projektmanagementansätzen haben sich auch hier Organisationen entwickelt, die Zertifizierungen und Schulungen zu den jeweiligen Techniken anbieten. Sehen wir uns zunächst SCRUM an. 1995 publizierten Ken Schwaber und Jeff Sutherland den "SCRUM GUIDE", der kontinuierlich gepflegt wird und unter der Adresse www.scrumguides.org zum freien Download in mehreren Sprachen steht. Bei einem ersten Blick auf das Werk wird Ihnen auffallen, dass es lediglich 17 Seiten dick ist. Im Vergleich zum "PMBOK" ein Bruchteil. Ziel war es folglich, ein Rahmenwerk zu schaffen, das sehr schlank und leicht verständlich ist. Im Original klingt dies wie folgt: Scrum ist ein Rahmenwerk, mit dessen Hilfe Menschen komplexe adpative Aufgabenstellungen angehen können, und durch das sie in die Lage versetzt werden, produktiv und kreativ Produkte mit dem höchstmöglichen Wert auszuliefern. SCRUM wurde ursprünglich konzipiert, um umfangreiche Softwareprojekte zu managen. Allerdings wird SCRUM heute auch in anderen Industrien eingesetzt. Der Grundgedanke unter SCRUM ist, dass ein komplexes Projekt nicht von Anfang bis Ende durchgeplant werden kann. Daher verfolgt SCRUM ein iteratives Vorgehen mit kurzen Feedbackschleifen, sogenannten Sprints. Diese fix terminierten, kurzen Schleifen erlauben ein kurzfristiges Reagieren auf Probleme und Änderungen. Im Gegensatz zu den klassischen Ansätzen verzichtet SCRUM bewusst auf die Rolle des Projektmanagers. Das Projekt-Team besteht aus den Rollen "SCRUM Master", "Product Owner" und Entwicklungsteam, welches durch ein hohes Maß an Interaktion den Projekterfolg sicherstellen soll. Zur Steuerung eines SCRUM-Projekts stehen sogenannte Artefakte zur Verfügung. Die wichtigsten drei Artefakte im SCRUM seien hier kurz erwähnt. Das "Product Backlog" ist eine geordnete Auflistung der Produktanforderungen. Es enthält alle Anforderungen, die Teil des Projekts sind. Das "Product Backlog" ist dynamisch und wird ständig weiterentwickelt und angepasst. Das "Sprint Backlog" ist der aktuelle Plan, der für einen Sprint zu erledigenden Aufgaben. Er umfasst diejenigen "Product Backlog" Einträge, die innerhalb des anstehenden Sprints erledigt werden. Das "Product Increment" ist die Summe aller "Product Backlog" Einträge, die während des aktuellen und aller vorangegangener Sprints fertiggestellt wurden. Am Ende eines jeden Sprints muss das neue "Increment" in einem benutzbaren Zustand sein und den vorab definierten Abnahmekriterien entsprechen. Diese Abnahmekriterien werden in SCRUM auch als "Definition of Done" bezeichnet. Wie schon erwähnt, legt SCRUM ein hohes Augenmaß auf fixe Zeitzyklen, sogenannte "Timeboxes". Diese Ereignisse werden in SCRUM als Aktivitäten bezeichnet. Lassen Sie uns auch hierauf einen kurzen Blick werfen. Die erste Aktivität ist das "Sprint Planning". Es dient zur Festlegung der in diesem Sprint zu definierenden Inhalte. Die zweite Aktivität ist der "Daily SCRUM". Dieses 15-minütige, tägliche Treffen dient zum Austausch innerhalb des SCRUM-Teams. Im "Daily SCRUM" werden keine Probleme gelöst. Vielmehr geht es darum, sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Arbeit zu verschaffen. Am Ende eines Sprints steht der "Sprint Review". Sein Ziel ist es, die Ergebnisse des abgelaufenen Sprints vorzustellen und diesbezüglich Feedback von den "Stakeholdern" einzusammeln. Die "Sprint Retrospective", die ebenfalls am Ende eines Sprints stattfindet, dient zur teaminternen Reflexion und Analyse des zurückliegenden Sprints. Themen sind in der Regel Beziehungen, Prozesse, Werkzeuge und Fähigkeiten. Sehen wir uns nun das zweite agile Framework an: "Kanban". Kanban hat seinen Ursprung im Jahr 1947 und wurde durch Taiichi Ōno für TOYOTA entwickelt. Mit der Einführung von Kanban, japanisch für Signalkarte, gelang es TOYOTA seine Produktion wesentlich flexibler und effizienter zu steuern. Aber wie funktioniert nun Kanban in Projekten? Betrachten wir hierfür Kanban als eine agile Methode für evolutionäres Change Management. Das bedeutet, dass der bestehende Prozess in kleinen Schritten evolutionär verbessert wird. In dem viele kleine Änderungen durchgeführt werden, anstatt einer großen, wird das Risiko für jede einzelne Maßnahme reduziert. Der erste Schritt bei Kanban besteht darin, den bestehenden Prozess zu visualisieren. Betrachten Sie hierzu das dargestellte Schema. Sie sehen, dass die Methode zu Transparenz führt, wie die Arbeit verteilt ist und wo Engpässe bestehen. Im nächsten Schritt werden die einzelnen Spalten limitiert. Also die Anzahl der parallelen Aufgaben reduziert. Das hier aufgeführte "Work-in-Progess Limit 3" bedeutet, dass nicht mehr als drei Aktivitäten in der Spalte in Arbeit durchgeführt werden dürfen. Diese Limits bewirken, dass Probleme aktiv angegangen werden "müssen", anstatt sie auf die lange Bank zu schieben. Ist ein Arbeitsschritt abgearbeitet, wandert er auf dem Board weiter von links nach rechts. Das aktuelle "Work-in-Progress Limit" wird dann wieder unterschritten, und es kann neue Arbeit von der linken Seite geholt werden. Diese Methodik wird als "Pull-Prinzip" bezeichnet. Ich habe Kanban-Techniken in Projekten häufig dann eingesetzt, wenn es darum ging, Prioritäten unter hoher "Workload" zu definieren und Schwachstellen sichtbar und transparent zu machen. Kanban Boards gibt es sowohl in analoger als auch in digitaler Ausführung.

Einführung ins Projektmanagement

Lernen Sie, was ein Projekt überhaupt ist, wie Sie an ein Projekt herangehen und welche Standards für das Projektmanagement existieren.

Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 
Exklusiv für Abo-Kunden
Erscheinungsdatum:09.02.2017
Laufzeit:57 min (14 Videos)

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!