Becci Manson

Fotografin, Bildbearbeiterin

Becci Manson

Becci Manson bekam das Photoshop-Handbuch an ihrem ersten Arbeitstag 1993 in die Hand gedrückt. Ihr wurde gesagt: "Mit dieser Software wirst du viel arbeiten!" Sie hat es zwar nie gelesen, hat Photoshop seither aber fast an jedem Arbeitstag gebraucht - und auch an so einigen Tagen, an denen sie nicht gearbeitet hat. 

Nach fast 20 Jahren in dunkelgrauen, fensterlosen Räumen sowohl in London und New York, in denen sie in den Bereichen Retusche, Fotografie, Werbung, Mode, Prepress und Verlag gearbeitet hat, brauchte sie eine Veränderung und flog nach Tōhoku in Japan, wo sie nach dem Desaster 2011 beim Wiederaufbau und den Aufräumarbeiten half.

Sie selbst sagt darüber: "Während der drei Wochen, in denen ich Brunnen gegraben und Häuser ausgeräumt habe, habe ich eine unglaubliche Menge an Fotos entdeckt, die gefunden und ins Evakuationscenter gebracht worden waren. Die Bilder waren dreckig, nass und heimatlos. Ich verbrachte einen Tag damit, diese Fotos per Hand zu reinigen und dachte mir dabei, dass es für mich und meine Kollegen und Freunde ganz einfach wäre, sie wieder in Ordnung zu bringen. Und das haben wir gemacht."

Sie verbrachte die nächsten sechs Monate damit, ein weltweites Netzwerk von freiwilligen Bildbearbeitern zu organisieren, die die Fotos restaurierten und die anderen frewilligen Helfer darin unterwiesen, wie die Fotos per Hand zu reinigen sind, die in den lokalen Anlaufstellen abgegeben wurden. Diese Teams haben mehr als 100.000 Fotos wiederhergestellt. Seitdem sie wieder aus Japan zurück ist hat sie sich wieder der Retusche zugewandt, allerdings mit einer leicht anderen Philosophie dahinter. Sie erweitert die Grenzen dessen, was wir glauben, was möglich sei, indem sie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den kreativen Denkern und den Machern fordert, um den Teamgeist noch mehr zu beflügeln. Sie hat außerdem damit begonnen, auch andere zum Anders-Denken zu ermutigen, indem sie Vorträge über den Gebrauch von kreativem Talent als ein realistisches, praktisches Tool hält, das man benutzen kann, um etwas zurückzugeben.

Da Bildbearbeiter zu den Lieblingsbösewichten des Internets zählen können, hoffte sie auch, den Blick auf diese beeinflussen zu können, indem sie das Gute, das diese können und getan haben, ebenso wie die Arbeitsjahre, die vor dem Bekanntwerden des Wortes Photoshop unbeachtet blieben, zeigte.