Stefan Fischerländer über Suchmaschinen-Optimierungvideo2brain: In welche Richtung geht die Suchmaschinenoptimierung? Stefan Fischerländer: Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Suchmaschinenoptimierung ein Querschnittsthema ist. Nicht nur technische sondern auch Marketingaspekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Zukunft gehört langfristiger und technisch sauberer Optimierung, die auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens widerspiegelt.
v2b: Wird jemals der Punkt erreicht sein, an dem Suchmaschinen alle Tricks kennen und diese auf eine gewisse Art blockieren bzw. Ihnen entgegenwirken? SF: Der Kampf zwischen Gut und Böse wird auch in der Suchmaschinenoptimierung niemals enden. Suchmaschinen bekämpfen ja Tricks nicht um der Tricks willen, sondern weil sie damit irrelevante Ergebnisse, also so genannten „Spam", ausfiltern möchten. Doch wann ist ein Ergebnis wirklich irrelevant? In Extremfällen ist das leicht zu beantworten, meistens aber handelt es sich um einen sehr fließenden Übergang - und was für mich Spam sein mag, ist für Sie vielleicht von großem Nutzen.
v2b: Welche Fehler machen Suchmaschinenoptimierer? Passiert es, dass sie offensichtliche „Verstöße" in der Suchmaschinenoptimierung übersehen? SF: Ich erlebe es leider recht häufig, dass Suchmaschinenoptimierer nicht auf dem aktuellen Stand sind. Dann ist zwar dem vermeintlichen Optimierer bekannt, dass Suchmaschinen URLs mit einem Fragezeichen darin nicht so gerne aufnehmen, aber einfach nur die URLs zu ändern, ist noch lange keine Suchmaschinenoptimierung. Ein anderer häufiger Fehler ist, dass die Optimierung rein technisch verstanden und umgesetzt wird. Als Ergebnis erhält man dann zwar eine auf den ersten Blick gut optimierte Seite, aber das Potenzial der Website ist nicht annähernd ausgeschöpft.
v2b: Wo endet die Moral eines Suchmaschinenoptimierers? Es passiert ja noch immer häufig, dass Suchanfragen auf Seiten mit total anderem Inhalt verweisen und der Internetbenutzer so in die Irre geführt wird. SF: Da kaum zu klären ist, wo Spam beginnt oder endet, ist auch die Frage nach der Moral schwierig. Es gibt Suchmaschinenoptimierer, die zum Thema Spam in Suchmaschinen sagen: "Niemand kann mir verbieten, meine Webseiten so zu gestalten, wie ich sie gestalte. Google bräuchte sie ja bloß nicht aufzunehmen." Und da steckt schon einiges an Wahrheit darin. Hinzu kommt, dass auch Kunden oftmals mit sehr "unmoralischen" Wünschen ankommen. So wollte etwa ein Versicherungsmakler, der bereits mit drei Treffern für den sehr begehrten Begriff "Krankenversicherung" auf der ersten Google-Ergebnisseite zu finden war, dass ich ihm helfe, weitere Seiten dort zu platzieren. Das habe ich dann aber dankend abgelehnt.
Stefan Fischerländer ist Autor des Video-Trainings Suchmaschinen-Optimierung |
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