Rückblick: 4. Internationale Moodle Konferenz in GrazDie Open-Source-Lernplattform Moodle wird weltweit in allen Bildungsbereichen eingesetzt. Vom 12.-14. September trafen sich Anwender, Experten und Neugierige auf dem Grazer Campus02. Über 240 Teilnehmer aus zehn Ländern diskutierten praktische Anwendungen, Erfahrungen und entwickelten gemeinsam neue Lösungen. Bilder von der 4. Internationalen Moodle Konferenz in Grazvideo2brain: Moodle hat eine besondere Stellung im Beeich der Lernplattformen und hat innerhalb kürzester Zeit den Markt weltweit aufgerollt. Warum ist das so? Ralf Hilgenstock: Lehrer, Dozenten und Trainer schätzen an Moodle, dass es ihren bisherigen Arbeitsweisen sehr nahe kommt. Meist können sie sehr intuitiv mit den Werkzeugen arbeiten und erzielen schnell Erfolge. Sie bleiben dabei sehr flexibel und werden didaktisch nicht gegängelt.
video2brain: Nun gehören Lehrende sicher nicht zu den Technikfreaks. Trotzdem begeistern sie sich für E-Learning? Ralf Hilgenstock: Ja, weil sie mit der Technik nichts zu tun haben müssen und sich ganz auf die Gestaltung des Lernprozesses und den Umgang mit den Teilnehmern konzentrieren können.
video2brain: Auf Open Source-Konferenzen trifft man meistens „Techies“. Ralf Hilgenstock: Das ist tatsächlich eine Besonderheit auf Moodle-Konferenzen. Das Hauptgewicht liegt auf der Diskussion pädagogischer Fragen, der Umsetzung in verschiedenen Bereichen wie Schule, Hochschule oder Unternehmen. Daneben gab es auch Konferenzbeiträge zu Fragen der weiteren Softwareentwicklung.
video2brain: Und die Highlights der Konferenz? Ralf Hilgenstock : Ein Höhepunkt war ganz sicher die Präsentation von Martin Dougiamas, Chefentwickler von Moodle. Er zeigte noch mal sehr schön auf wie weit verbreitet Moodle mittlerweile ist und dass es aber auch noch weiße Flecken, z.B. in Asien und Afrika gibt. Derzeit wird Moodle in über 175 Ländern eingesetzt und ist damit das meistverbreitete System. Ein zweiter Focus seines Beitrags war eine Kurzdemonstration der neuen Funktion von Moodle 1.9, das Anfang Oktober aus dem Betastatus in die freie Wildbahn entlassen wird.
video2brain: In den letzten beiden Jahren hat Moodle auch eine sehr stürmische Entwicklung von neuen Features und Releasezyklen von 4-5 Monaten erlebt. Wird das so weitergehen? Ralf Hilgenstock: Sicher nicht. Nach der Veröffentlichung von Moodle 1.9 wird hier etwas Ruhe einkehren. Bis Jahresende liegt das Schwergewicht auf der Optimierung und Stabilisierung des Systems. Erst danach wird am Release 2.0 gearbeitet, das Mitte 2008 erwartet wird.
video2brain: Moodle-Konferenzen sind auch Arbeitswerkstätten. Wo lag hier der Schwerpunkt? Ralf Hilgenstock: Dies waren ganz klar zwei Bereiche: auf der technischen Seite die Optimierung der Konfigurationsmöglichkeiten zur Erfüllung spezieller Anforderung des Datenschutzes und der Sicherung der Privatsphäre. Auf der inhaltlichen Ebene gab es eine sehr intensive Diskussion zu Fragen der Ausbildung zu Moodle. Auf Initiative der Österreichischen Computergesellschaft und mit Unterstützung des Bildungsministeriums wird zudem an einem E-Portfoliosystem zur Dokumentation von e-Learning-Kompetenzen geschaffen. Hier wurden sehr konkrete Vereinbarungen getroffen, auf deren Basis nach der Konferenz weitergearbeitet werden wird.
video2brain: Wo gibt es Infos zur Konferenz? Unter http://mk.campus02.at/ findet sich das Konferenzprogramm. Die Beiträge wurden überwiegend aufgezeichnet und können online aufgerufen werden.
Ralf Hilgenstock ist Inhaber der DIALOGE Beratungsgesellschaft und arbeitet als Trainer, Berater und Coach. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Einsatz von Moodle für die Schulungs- und Projektarbeit in Unternehmen, Hochschulen und Schulen.
Er ist Autor des Video-Trainings "Moodle - Online-Lernumgebungen einrichten und verwalten" |
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